Seite auswählen

Wer von uns kennt diese inneren Fragen nicht:

Wann bin ich endlich an meinem Ziel?

Wie wird es sein, wenn ich mein Ziel erreicht habe?

Was mach´ ich dann?

Wenn ich einmal ……, dann werde ich das und das machen. Usw.

Unser Verstand möchte immer genau Bescheid wissen was als nächstes kommt. Aber was bringt uns das?

Wenn wir uns dauernd Gedanken darüber machen, was als Nächstes kommt, entgeht uns die Möglichkeit, all das zu erkennen, was um uns herum geschieht.

Es wird uns doch sowieso nie gelingen die Zukunft zu erreichen, denn wenn wir dort sind, wird sie zur Gegenwart. Also macht es doch am meisten Sinn, wenn wir uns gleich in der Gegenwart freuen.

Das heißt, wir hätten zwei Optionen.

1. Wir genießen das Leben während es stattfindet.

2. Wir bereiten uns ständig darauf vor das Leben in der Zukunft zu genießen.

Ich – für meinen Teil – wähle “Option 1”, das Leben zu genießen während es stattfindet. Sehr belebend und prickelnd, kann ich euch sagen.

Eine kleine Geschichte dazu:

Ein kleines Mädchen wächst zusammen mit seinen älteren Brüdern auf. Das einzige gemeinsame Spiel, bei dem sie eine Chance hat, zu gewinnen ist das Stab/Ring Spiel. ( Ein Stab wird in die Erde gesteckt und man versucht den Ring über den Stab zu werfen )

Sie gewinnt dieses Spiel häufig, mit höchster Konzentration. Es bereitet ihr allerdings nur eine kurze Freude, wenn sie die 10 Ringe über den Stab geworfen und gewonnen hat.

Eines Tages fragte sie ihr Opa, warum sie mit ihren Brüdern nicht das Stab-Ring-Spiel  spiele, das ihr doch so viel Spass macht. Sie antwortete ihm: Nein Opa, mir macht nur das Gewinnen Spass, das Spiel selbst ist mir zu anstrengend, da ich mich so stark konzentrieren muß. Die Freude ist auch nur kurz wenn ich gewonnen habe, da wir dann gleich die nächste Runde spielen.

Darauf sagte ihr Opa: Meine Kleine, vielleicht solltest du das Spiel auf eine andere Art und Weise spielen, um dein Gefühl der Freude zu vergrößern.

Die Kleine hörte gespannt hin und fragte: Wie soll das gehen?

Wenn du dich über jeden Ring freust, den du über den Stab wirfst, kannst du dich viel öfter freuen als wenn du immer auf den Gesamtsieg warten musst. So kommt es auch nicht mehr darauf an siegen zu müssen, um sich einmal zu freuen. Triffst du z.B. mit 6 Ringen, kannst du dich gleich sechs Mal freuen, oder mit 8 Ringen, kannst du dich gleich acht Mal freuen – selbst wenn du nicht das ganze Spiel gewinnst.

Die Kleine widerspricht ihrem Opa und sagt: Das ist nicht doch nicht das Gleiche, Opa!

Der Opa antwortet daraufhin schmunzelnd: Wer entscheidet das?